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Beskrivelse
In zahlreichen Rechtssystemen gibt es tempor r oder dauerhaft die Regelung, dass Rechtsverletzungen nach freiwilliger Selbstanzeige geringer geahndet werden, als wenn sie ohne Selbstanzeige entdeckt werden. Unter konomischen Gesichtspunkten hat dies verschiedene Vorteile: Zum einen reduziert dies die Kosten der Strafverfolgung, und zum anderen sind die Auswirkungen von Straftaten in einigen Bereichen - zutreffend ist dies beispielsweise f r Umweltsch den - geringer, wenn fr her geeignete Gegenma nahmen getroffen werden k nnen. Die konomische Theorie hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Selbstanzeigeme- chanismen besonders vielversprechend sind, wenn mehrere Straft ter beteiligt sind. Sofern nur der erste gestehende T ter in den Genuss von Straferleichterungen kommt, entsteht f r beide T ter ein dem Gefangenendilemma vergleichbarer Anreiz, die Straftat auf Kosten des Mitt ters zu gestehen. Dieser Mechanismus ist Juristen unter dem Begriff "Windhund- rennen" gel ufig und hat in den j ngsten Jahren verst rkt und erfolgreich, dabei US- amerikanischem Vorbild folgend, Eingang in das europ ische Wettbewerbsrecht gefun- den. Umso berraschender ist es, dass Selbstanzeigemechanismen in Korruptionsfallen nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen, obwohl deren Vorz ge bereits auf dem 61. Deut- schen Juristentag 1996 hervorgehoben wurden. Die Analyse von Straferleichterungen bei Selbstanzeige in Korruptionsf llen ist Gegenstand der Arbeit von Herrn Gneu und schlie t damit bez glich der konomischen Analyse ein wichtige L cke. Sie entstand im Rahmen eines von der Fritz Thyssen-Stiftung gef rderten Forschungsprojekts des Instituts f r kologie des Unternehmensf hrung an der European Business School und wurde in Frankfurt am Main angenommen.